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Cornell Aniversitn Library BOUGHT WITH THE INCOME FROM THE

SAGE ENDOWMENT FUND

THE GIFT OF

Henry W. Sanae

1891

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CORNELL UNIVERSITY LIBRARY

1924 069 177 768

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Zentralblatt für die gesamte Biologie (Neue Feige)

Zentralblatt

für

Biochemie und Biophysik,

mit Einschluss der theoretischen Immunitätsforschung unter Leitung von W. Biedermann P. Ehrlich E. Fischer A. Heffter E. Hering O. Hertwig A. Kossel Jona Berlin Leipzig

Frankfurt a. B. Berlin Berlin Neideiberg

F.Kraus F.v. Müller J. Orth B. Proskauer E.Salkowski R. Tigerstedt Berlin Unohen Berlin Berlin Berlin Neisingters

Th. Ziehen N. Zuntz Berlin Berlin

herausgegeben von

Cari Oppenheimer Prof., Dr. phil. et med., Berlin-Grunewald

Generalreferenten: für Italien Prof. Dr. Alb. Ascoli, Milano, Istit. Sieroterapico. Russland Dr. Heim. Thar, St. Petersburg, Inst. exp. Med. Skandinavien Priv.-Doz. Dr. E. Louis Backman, Upsala. holländ. Lit. Priv.-Doz. Dr. E. Laqueur, Groningen; für dänische Dr. A. C. Andersen, Kopenhagen; für czechische Prof. Babák, Prag; für magyarische Prof. v. Reinbold, Kolozsvár; für spanische und portugiesische Prof, Pi y Suner, Barcelona ; für polnische Dr. M. Halpern, Warschau; für rumänische Dr. Tof, Braila; für japanische Dr. Teruuchl, Tokio. Autereferate und Separata der betr. Lit. sind direkt an die Gen.-Ref. zu senden.

Fünfzehnter Band 1913

Refteriert die Literatur von etwa März bis Dezember 1913

LEIPZIG VERLAG VON GEBRÜDER BORNTRAEGER NEW YORK LONDON W. C. PARIS

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Alle Rechte vorbehalten.

A. W. Hayn's Erben (Curt Gerber), Potsdam

Zentralblatt

Biochemie und Biophysik

Bd. XV. Zweites Maiheft 1913. Non

n D

Physik und physikalische Chemie.

1. Hasselbaleb, K. A. (Finsen-Inst., Kopenhagen). „Verbesserte Methodik bei der elektrometrischen Reaktionsbestimmung biologischer Flüssigkeiten.“ Biochem. Zs., 49, H. 6, 451—457 (April 1913).

Flüssigkeiten, die dissoziable Sauerstoffverbindungen enthalten oder die relativ arm an „Puffern* sind, geben bei der elektrometrischen Reaktions- bestimmung mit der „Schaukelmethode“ zu gewissen Schwierigkeiten Anlass, die durch das „permanente Schaukeln“ mit stetigem Überspülen der Elektrode leicht beseitigt werden können. Heinrich Davidsohn.

2. Godchot, Marcel und Taboury, Félix. „Sur Vhydrogénation catalytique de la camphorone et sur quelques nouveaux carbures cyclopentaniques.“ CO. R., 156, 470 (Febr. 1913). CH; - CH(CH;,) - CO Camphoron di wird durch Wasserstoff in Gegenwart

2 ——- C : C(CH3) CH; - CH(CH,)CO von Nickel bei 130° quantitativ zu Dihydrocamphoron | i C

H,-—-- —— -CH-CH(CH3)

reduziert, Siedepunkt 182—1830. Bei 2800 entsteht durch diese Reduktion Methyl- CH; - CH(CA;) - CH;

l1-isopropyl-3-cyclopentan | | Sdp. 132—1340; D'9=—0, 773; CH, —— CH. CH(CH;3),

nd = 1,4250; Mol. Refr. 41,72, ber. 41,42. Durch Einwirkung von CH;Mg7 auf

Dihydrocamphoron entsteht ein Gemisch von 4J, und /,-Dimethyl-1,2-isopropyl-

3-cyclopentan, Sdp. 150—155°, welches durch Wasserstoff in Gegenwart von Nickel CH» - CH(CH,)- CH: CH,

bei 1800 in Dimethyl-1,2-isopropyl-3-cyclopentan | CH; --- CH - CH(CH;3):

übergeht, Sdp. 146—1480; D16 = 0,786; ni6 = 1,4337; Mol. Refr. 46,32, ber. 46,03.

Aus Isopropylmagnesiumjodid und Diks o caa pioro entsteht ein Gemisch von

zwei isomeren, ungesättigten Kohlenwasserstoffen vom Sdp. 160—1680, welches

durch Behandeln mit Wasserstoff und Nickel bei 1800 übergeht in Methyl- i diiso- CH,-CH: (CH;) - CH : CH(CH3)3

propyl-2,3-cyclopentan | = „Sdp. 150—1520; D17 = 0,571; CH, —— CH: CH(CH3) nt = 1,4318; Mol. Refr. = 54,71, ber. 55,23. Thiele, 8. Baker, H. J. (Leiden, Organ. Chem. Univ. Labor.) „Elektrochemische

Reduktionen. TII. Mitteilung. Reduktion der Nitrosamine“ Rec. Trav. chim. Pays Bas., 32, 39 (Febr. 1913). (Vgl. Rec. Trav. chim. Pays Bas., 31. 142 [1912)). CH,- CH,- CH3 Nitrosopiperidin | | wird in schwefelsaurer Lösung durch CH.. CH. N. NO Zentralblatt für Biologie, Bd. XV. 1

un Ne e elektrolytische Reduktion unter Anwendung einer verzinnten Kupferkathode in CH,-CH;-CH; Piperylhydrazin | | übergeführt (810/, Ausbeute); Dinitroso- CH,» CH3; N- NH, piperazin ergibt bei Verwendung von NaSO, als Elektrolyt Diaminopiperazin ee or, Ausbeute); Phenylmethylnittosamin CENAE usbeute); enylmethylnitrosamin ÖELCH.N. NE, ` lo ) y y sHs N(NO)CH;3 ergibt in essigsaurer Lösung Phenylmethylhydrazin CgH,N(CH,)NHy (790, Aus- beute); «,«-Methylnitrosoharnstoff NH,CON(NO)CH, wird in schwefelsauer Lösung zu Methylsemikarbazid NH;CON(NH3)CHz, (95°%/, Ausbeute) reduziert, welches sich mit Benzaldehyd zu Benzalmethylsemikarbazon OgH,CH:N . N(CH;)CONH,, Nadeln aus Alkohol vom Smp. 163° kondensiert. Thiele.

4. Rohland, Paul. „Die Einwirkung von Hydroxylionen auf Kolloidtone.* Bio- chem. Zs., 49, H. 6, 447—450 (April 1913).

Unter der Einwirkung der Hydroxylionen erfahren die Tonpartikelchen eine kolloidchemische Konstitutionsänderung, die mit einer Volumenvergrösserung ver- bunden ist und abhängt von der Konzentration der Hydroxylionen und Kon- stitution des Tones. Heinrich Davidsohn.

Chemie, inkl. physiologischer, histologischer und

analytischer Chemie.

5. Sakaki, C. (Phys.-chem. Inst. der Univ. Kiushu), „Über einige Phosphatide aus der menschlichen Plazenta. I. Mitteilung.“ Biochem. Zs., 49, H. 3,4, 317 u. 326 (März 1913).

Der Arbeit liegt der Gedanke zugrunde, eine Relation zwischen dem Phosphatidgehalt der Plazenta und dem Phosphatidgehalt des im fötalen Leben sich sehr stark entwickelnden Gehirns aufzufinden.

Durch ein kombiniertes Alkohol-, Äther- und Azetonextraktionsverfahren erhielt Verf. zwei verschiedene Substanzen, eine weisse pulverförmige (Subst. A) und eine bräunliche „honigartige“ (Subst. B), die chemisch ziemlich gut charak- terisiert waren und analysiert werden konnten.

Die analytischen Daten der Subst. A stehen in der Mitte zwischen den von Thudichum mit Apomyelin und Sphingomyelin gewonnenen Zahlen.

Die Darstellungsmethode der Subst. B ist die der von Letsche beim Jecorin angewendeten, doch spricht andererseits das Fehlen der dem Jecorin eigentüm- lichen Reduktionskraft nicht für die Identität der Substanz mit diesem Stoff.

II. Mitteilung.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob das Jecorin ein einheitlicher Körper ist und ob die im ersten Teil beschriebene Subst. B nicht vielleicht eine Teilsubstanz des Jecorins ist. Zu diesem Zwecke wurde die Substanz nochmals dargestellt und nach der Drechselschen Jecorinreinigungs- methode gereinigt. Verf. erhielt so eine hygroskopische poröse Masse, die im Exsikkator an Gewicht zunahm (nach Ansicht des Verf. durch Autooxydation), in Äther oder Wasser löslich war und Fehlingsche Lösung auch nach Kochen mit 2,5 prozentiger Schwefelsäure nicht reduzierte.

Mit Silbernitrat entstand eine auf Zusatz von Ammoniak wieder ver- schwindende weissliche Färbung. Beim Kochen trat eine schmutzig-blassrote Färbung auf, im Gegensatz zu der bordeauxroten Färbung des von Baldi ge- wonnenen Jecorins.

Die quantitative Analyse näherte sich der Zusammensetzung eines Phos- phatids, wie es Manasse aus den Nebennieren gewonnen hat.

Verf. stellte schliesslich noch eine Bleiverbindung der Plazentasubstanz dar, die schwefel- und natriumfrei war, Kretschmer.

zs U Se

6. Hilditeh, Thomas Percy und Smiles, Samuel (Organ. chem. Labor. der Univ. Cole, London). „The intramolecular rearrangement of diphenylamine ortho- sulphoxides.* Jl. of Chem. Soc., 101, 2294 (Dez. 1912). (Vgl. Jl. of Chem. Soc., 97, 1559 [1910] und 99, 145 [1911].)

Diphenylamin-o-sulfoxyde lagern sich bei 3—4stündigem Erhitzen mit Eis- essig auf 140° in die kernsubstituierten Oxyverbindungen um, im Gegensatz zu den Diphenylmethan-o-sulfoxyden. welche durch ähnliche Behandlung Thio- xanthenol liefern. So bildet das Reaktionsprodukt des Diphenylamin-o-sulfoxyds

H CH a mit Essigsäure eine purpurfarbene Kristallmasse, welche durch Be-

NH handeln mit Zinkstaub und Eisessig in Oxythiodiphenylamin OHL JCsHz0H S

übergeht (Kristalle aus Methylalkohol); FeCl,-Einwirkung bildet daraus Oxy-

N nn ET Se. Ä EN N phenazothioniumhydroxyd SAS zes OH, tiefbraune Kristalle, Di phenylmethylamin-o-sulfoxyd liefert durch die gleiche Behandlung mit Zinkstaub und Eisessig Oxythiodiphenylmethylamin C,3H,ONS, Kristalle aus verd. Al- kohol vom Smp. 1280 (unscharf), welche durch Oxydation mittelst FeCl in eine braune Substanz übergehen. Tetrachlorthiodiphenylamin-o-sulfoxyd geht bei gleicher

DNN Behandlung in Tetrachlorphenazothioniumhydroxyd CgH>Cl ~ sH:0l,

Ss. OH braune Nadeln, über; eine weitere Einwirkung auf diese relativ beständige Sub- stanz findet nicht statt. Thiele.

7. Brazier, Sidney Albe:ıt und MeCombie, Hamilton (Chem. Dep. Univ. Edghaston, Birmingham). „The condensation of a-keto-B-anilino-a-,B-diphenylethane and ite homologues with phenylcarbamide and with phenylthiocarbimide.“ Jl. of Chem. Soc., 101, 2352 (Dez. 1912). (Vgl. Everest und Mc Combie, Jl. of Chem. Soc., 99, 1746 [1911].)

Durch Erbitzen von «-Keto-$-anilino-«,3-diphenyläthan Ö;H,COCH(CEH,)NHCEH;

mit Phenylisocyanat entsteht eine Verbindung 05,;H»0;N, vom Smp. 124—125 9

(aus Methylalkohol oder Benzol) durch Addition von 2 Mol. Isocyanat, als

auch, wenn das Cyanat in die Aminogruppe eingreift, Desyl-s-diphenylcarbamid

0G,H3COCH(CEH3) : N(CEH ,JCO - NHCEH,. Die erste Verbindung liefert beim

Kochen mit alkoholischer Salzsäure 1,3,4,5-Tetraphenyl-2,3-dihydro-2-glyoxalon

CeH,C $ N E (CHS)

CEO NO) 7 das «-Keto-B-anilino-«,3-diphenyläthan nach der Enolform C,H ,C(OH) . C(CeH;,) ° NHCHs,

so entstände die Verbindung CH,C(NHC6Hs): C(C6H;). O. CO .NHC;H;. Von homologen Verbindungen wurden dargestellt das 3,4,5-Triphenyl-1-o-tolyl-2,3- dıhydro-2-glyoxalon CzgH250N,, Kristalle vom Smp. 1930 (aus Alkohol); 3,4,5-Tri- phenyl-1-m-tolyl 2,3-dihydro-2-glyoxalon, Kristalle aus Methylalkohol vom Smp. 1850, 3,4,5-Triphenyl-1-p-tolyl-2,3-dihydro-2-glyoxalon, Nadeln aus abs. Alkohol vom Smp. 206°; 3,4,5-Triphenyl-1-8-naphthyl-2,3-dihydro-2.glyoxalon Cy,H2ON;, Nadeln aus Methylalkohol vom Smp. 182—1830. Auch die Pikrate dieser Ver- bindungen wurden dargestellt.

Durch Erhitzen des Keto-anilino-diphenyläthan mit Phenylsenföl resultieren die entsprechenden Verbindungen 0;H,COCH(C3H3;) - N(C5H,)CS - NHCEH, und

: P

CO, Nadeln vom Smp. 204° (aus Alkohol oder Benzol). Reagierte

zu a

C;H,NHC(CEH,) : C(CgH ,)O - OS - NHCEH,. welche durch Kochen mit alkoholischer

HCl in Glyoxalthione, d. h. Glyoxalone, in denen die CO-Gruppe durch die CS-

Gruppe ersetzt ist, übergehen. Es wurden dargestellt: 1,3,4,5-tetraphenyl-2,3-dihydro- CH;C N - (GH 5).

C,H, -$ . N(C,Hy / 3,4,5-Triphenyl-1-o-tolyl-2,3-dihydro-2-glyoxalthion C.gH2»N:S, Kristalle aus Amyl- alkohol vom Smp. 240°; 3,4,5-Triphenyl-1-m-tolyl-2,3-dihydro-2-glyoxalthion, Nadeln aus abs. Alkohol vom Smp. 189°; 3,4,5-Triphenyl-1-p-tolyl-2,3-dihydro-2-glyoxal- thion, Nadeln aus Eisessig vom Smp. 2340. «-Keto-3-2-naphthyl-amino-«-8-diphenyl- äthan CH;CO . CH(C6H;)NH - CioH7 aus Benzoin und Phenylisocyanat bei 1500 in 3!/. Stunden, Kristalle aus Amylalkohol vom Smp. 131—1320. HCl-Salz schmilzt bei 2000 unter Zers.; 3,4,5-Triphenyl-l-8-naphthyl-2,3-dihydro-2-glyoxalthion C31H2N;S, Kristalle aus Amylalkohol vom Smp. 219°. Thiele.

2-glyoxalthion CS, Nadeln aus Eisessig vom Smp. 249—2500;

8. Adler-Herzmark, Jenny (Phys. Inst. der Univ. Wien). „Über die Einwirkung des Wasserstoffsuperoxyds auf das Hippomelanin.*“ Biochem. Zs., 49, H. 1/2, 130 (März 1913).

Die Angaben von Rona und Riesser, dass man bei der Oxydation von Hippomelanin mit H,O, eine klare Lösung erhält, wobei gleichzeitig Oxalsäure gebildet und mehr als die Hälfte des vorhandenen Stickstoffs als Ammoniak ab- gespalten wird, hat Verf. nachgeprüft und weiter untersucht.

Zwei Drittel des im Hippomelanin enthaltenen Stickstoffs wurden bei der Oxydation als Ammoniak abgespalten. Als Oxydationsprodukt hinterblieb ein einer Melaninsäure sehr ähnlicher Körper, der, an sich schwer wasserlöslich, durch das freiwerdende Ammoniak als Ammoniumsalz in Lösung gehalten wurde und durch Zusatz von Säure oder Quecksilberazetat ausgefällt werden konnte.

Guanidin oder andere organische Körper basischen Charakters konnten nicht nachgewiesen werden, so dass die Annahme derartiger Körper, die vielleicht ausser den im Eiweissmolekül enthaltenen zyklischen Komplexen an der Melanin- bildung beteiligt sein könnten, vorläufig noch nicht gerechtfertigt erscheint.

Kretschmer. 9. Wellisch, Julius (Labor. der Ludwig-Spiegler-Stiftung, Wien. „Über syn-

= thetische Alkaloide aus Tyrosin, Tryptophan und Histidin.“ Biochem. Zs., 49. H. 3/4, 1 (März 1913).

Für die Bildung von Alkaloiden aus den Aminosäuren der Eiweisskörper gibt es zwei Möglichkeiten, wenn man davon absieht, dass schon durch blosse Abspaltung der Karboxylgruppen aus den Aminosäuren wirksame Alkaloide ent- stehen können, einerseits die Umwandlung des Indolringsystems in Chinolin, andererseits unter der Einwirkung von Formaldehyd Ringbildung der Äthylamin- gruppe zu Pyridin bzw. bei den Benzolderivaten zu Isochinolin.

Der Plan des Verf. ging nun dahin, aus den Aminosäuren neue Ringsysteme, und zwar Kuppelungen von Benzopyrrol mit Piperidin und Imidazin mit Piperidin aufzubauen und Kondensationsprodukte des natürlichen Tyrosins und des Adrenalins darzustellen.

Die Kondensation von Histidin mit Methylenglykol (als Formaldehyd ab- spaltendem Agens) bei Gegenwart von konzentrierter Salzsäure ergab das Bichlor- hydrat der Imidazol-Tetrahydropyridin-Karbonsäure:

‚CH, N-—C—CH;: CH - COOH N-—/NCH.COOH yi log Ni +H-0H0 = a ln, + H.O oder e xZ i Re /NH

NH NH CH;

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CH, NHJ- C/NCH. COOH CH a /NH N CH:

Durch blosses Erhitzen im Vakuum liess sich Kohlensäure abspalten, wobei ein mikrokristallinischer Körper resultiertee Die nur sehr schwierig über das Silbersalz mögliche Veresterung lieferte ein Öl, das als Pikrat analysiert wurde.

Tryptophan gab mit überschüssigem Methylal bei Gegenwart von Essig- säureanhydrid ein alkohollösliches Öl, dessen Alkalisalz jedoch keine berechenbaren Werte lieferte.

l-Tyrosin kondensierte sich mit Methylal zu p-Oxytetrahydroisochinolin- karbonsäure:

CH, CH, AN NH. cooH NZ NCH. COOH i z + H.CH0=]| | o 4 Ho NG» GL 2

Ein Versuch, durch Kohlensäureabspaltung zur Base zu gelangen, führte nur zu einem Anhydrid, bei stärkerem Erhitzen wurde der Ring gespalten. Mit Methylalkohol bildete sich p-Oxytetrahydroisochinolinkarbonsäure- methylester. Versuche, Histidin mit Azetaldehyd oder Brenztraubensäure zu kondensieren, misslangen: Sehr interessant ist die Synthese eines Körpers, der die Kombination eines Imidazolringes mit einem Piperidinring darstellt: (n) NH CH, a DOH- COOH (u) CH® Im. | Pi. | on N3 N / N CH; Aus der optisch aktiven Substanz liess sich eine l-Oxytetrahydroisochinolin- karbonsäure und einige Derivate darstellen.

Experimentelle Einzelheiten siehe im Original. Kretschmer.

10. Eder, Robert. „Über die Mikrosublimation von Alkaloiden im luftverdünnten Raum.“ Vierteljahrsschr. Naturf. Ges. Zürich, 57, H. 3—4, 291—409 (1913).

Bezüglich der Methodik muss auf die sehr ausführliche Darstellung iin Original verwiesen werden. Verf. hat eine grosse Zahl von Alkaloiden unter- sucht, die sämtlich sublimierbar waren, mit Ausnahme von Spartein-Sulfat und Nikotin-Chlorhydrat. Als erstes Kondensationsprodukt der Dämpfe erschienen feinste amorphe Tröpfchen, die eine unbeständigere unterkühlte Forın des Körpers darstellen. Diese Tröpfchen können sich in die beständigere kristallinische um- wandeln. Die Stabilität der Tröpfchen ist um so kleiner und die Kristallbildung um so rascher, je tiefer unter dem Schmelzpunkt der Körper sublimiert,

Sublimate von besonders charakteristischem Aussehen lieferten Apomorphin- HC], Arecolin-HBr, Cantharidin, Chinidin, Chinin, Cinchonidin, Cocain, Codein, Cotfein, Coniin-HBr, Hyoscyamin, Morphin, Narkotin, Pilocarpin-HCl, Piperin, Solanin, Strychnin, Thebain, Theobromin, Yohitmbin.

Die Mikrosublimation im luftverdünnten Raum ist ein brauchbares mikro- chenisches Verfahren zum Nachweis von Giften. Robert Lewin.

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11. Herrmann, E. „Pilzsäuren.“ Chem. Ztg., 37, 206 (Febr. 1913).

Die in Pilzarten am meisten vorkommenden aliphatischen Säuren sind Ameisensäure, Essigsäure, Buttersäure, Ergotinsäure, Sklerotinsäure, die einen Farbstoff bildende Telephorsäure, ferner von mehrbasischen Säuren die Oxalsäure, Fumarsäure, Äpfelsäure und Helvellasäure. Alle Pilzarten, in denen diese Säuren bisher nachgewiesen wurden, werden aufgezählt. Thiele.

Aligemeine Physiologie und Pathologie. Allgemeine Biologie.

12. Choguard, Louis (Phys. Inst. der Univ. Bern), „Fortgesetzte Untersuchungen über die physiologische Permeabilität der Zellen. V. Über die Narkose lipoidreicher und lipoidarmer Gewebe gleicher Art.* Zs. Biol., 60, H. 3/4, 101—162 (20. Febr. 1913),

Nach der Theorie von Meyer-Overton hängt die narkotische Kraft einer Substanz von ihrer Lipoidlöslichkeit ab. Verf. fragt nun: Wie wirken die gleichen Narkotika auf zwei Gewebe mit verschiedenem Gehalt an Lipoiden, aber gleicher Funktion. Als solche bieten sich das Herz und der Skelettmuskel, welche auf passende Reize die gleiche Funktion leisten, von welchen aber der Herzmuskel bedeutend lipoidreicher ist.

Die Versuche wurden am Sartorius und am stillstehenden Herzventrikel von Fröschen ausgeführt; das Narkotikum war in Ringerlösung gelöst und das Kriterium der Narkose war, dass selbst die stärksten Reize keine Kontraktion mehr gaben und dass nach Applikation reiner Ringerlösung die Erregbarkeit nach einigen Minuten wieder zurückkehrte.

Nach den Regeln der Meyer-Övertonschen Theorie war zu erwarten, dass die Narkotika der aliphatischen Reihe den Herzmuskel in geringerer Konzentration nar- kotisieren als den Skelettmuskel. Das ist nun durchaus nicht immer der Fall, denn Äther, Azeton, Azetylazeton narkotisiert den lipoidärmeren Skelettmuskel in niederer Konzentration, Azetal den Herzmuskel in viel niedrigerer, und um- gekehrt den Skelettmuskel in höherer Konzentration als Äther.

Der Eintritt eines Halogenatoms in das Molekül bewirkt stets, dass der Herzmuskel durch eine niedrigere Konzentration als der Skelettmuskel narkotisiert wurde, wofür der Teilungskoeffizient nicht als Erklärung herangezogen werden kann.

In der Gruppe der einwertigen Alkohole steigt zwar die narkotische Kraft mit der Lipoidlöslichkeit, jedoch geht dieser Anstieg durchaus nicht parallel.

Bei Paraldehyd und Propylaldehyd zeigt sich auch kein Zusammenhang zwischen narkotischer Kraft und Lipoidlöslichkeit.

Es lässt sich denken, dass im Zentralnervensystem die Lipoide an dem Mechanismus der eigentlichen Funktion einen Anteil haben, im Muskel jedoch nicht und daher bei jenem der Teilungskoeffizient in Betracht kommt, bei diesen aber nicht. Dann aber können auch die Erfahrungen, welche bei der Narkose des Nervensystems gewonnen werden, nicht für eine allgemeine Theorie der Permeabilität tierischer Zellen verwertet werden, wie das so häufig geschehen ist.

F. Verzär.

13. Iwanow. „Action de l'alcool sur spermatozoïdes des mammifères. Expériences sur la fécondation des mammifères avec le sperme mélangé d'alcool.“ Soc. Biol., T4, H. 9, 480 u. 482 (1913).

Hundesperma zeigt bei direkter Einwirkung von 2°/, Alkohol noch nach

8 h energische Bewegung. Selbst bei Konzentration von 120), bewegten sich

Spermatozoen noch nach 20’, nach 40’ noch schwach. Selbst 15%, Alkohol

hemmt die Bewegung erst nach 10 Minuten. Hammelspermatozoen bewegten

er

sich sehr lebhaft nach 19stündiger Einwirkung von 3,3proz, Alkohol, und eine Konzentration von 70/, beeinträchtigte die Vitalität während der ersten 15° nicht nachweisbar. Meerschweinchen- und Kaninchenspermatozoen sind weniger resistent. Die unbeweglich gewordenen Spermatozoen können durch NaCl- Lösung wieder belebt werden.

Befruchtungsversuche mit dem durch Alkohol vorbehandelten Sperma wurden an Hunden, Kaninchen und Meerschweinchen vorgenommen. Verf. liess den Alkohol in jedem Falle etwa 30 Minuten einwirken. Es fand sich, dass selbst 100/, Alkohol weder die Konzeption noch den normalen Verlauf der Gravidität beeinträchtigte und auch nicht zu abnormen Würfen führte. Das Abweichende dieser interessanten Befunde von den Ergebnissen oraler oder sub- kutaner Einverleibung von Alkohol lässt sich nach Verf. nur durch folgende drei Möglichkeiten erklären:

t. Einwirkung gewisser Oxydationsprodukte des Alkohols, die in das Blut

übergehen. |

2. Einfluss gewisser durch Alkohol bedingter Nervenstörungen auf die

Keimdrüsen.

3. Grössere Resistenz der Spermatozoen gegen äussere Einflüsse im Ver-

gleich zu Spermatogonien. Robert Lewin.

14. Child, C. M. „Studies on the dynamics of morphogenesis. V. The relation between resistance to depressing agents and rate of metabolism in Planaria doroto- cephala and its value as a method of investigation.“ Jl. of Exp. Zool., XIV, H. 2, 154—206 (1913).

Durch die vorliegenden Versuche fand Verf., dass es bei Planaria eine Be- ziebung gibt zwischen der Resistenz gegen KCN, Alkohol und andere Anästhetika einerseits und dem Grade metabolischer Reaktionen oder Oxydationen in den Tieren. , Robert Lewin.

15. Banta, A. M. (Inst. Exp. Evolution, Long Island). „Observations on the relation of carbon dioxide and oxygen to the development of certain amphibian embryos.“ Proc. Soc. Exp. Biol. New York, IX, H.5, 104 (1912).

Es wird gezeigt, dass zu hoher CO,-Gehalt des Wassers die Entwickelung der Larven beeinträchtigt. Robert Lewin.

16. Dewitz, J. „Physiologische Untersuchungen über die Verwandlung von Insekten- larven.“ Zool. Anz., 41, H. 9, 386—398 (1913).

Raupen von Pieris brassicae entwickelten sich in feuchter Atmosphäre nur zum Teil. War nur eine Raupe im Raume, so entwickelte sie sich normal bei erhöhter Feuchtigkeit; mehrere Raupen schienen bei demselben Feuchtigkeitsgrad einander in der Verpuppung zu hindern. Bei Entziehung von O, durch Pyro- gallussäure sterben die Raupen ab. Einleiten von CO, wirkt tötlich. Die Gegen- wart von HCN in der Atmosphäre hemmt die Verpuppung.

Robert Lewin.

17. Shelford, V. E. und Allee, W. C. (Zool. Labor, Hull). „The reactions of fishes to gradients of dissolved atmospheric gases. Jl. of Exp. Zool., XIV, H. 2, 208—263 (1913).

Die Versuche wurden an einer Reihe verschiedener Fische vorgenommen. Mangel an O wirkte bei allen Spezies schädlich. CO, wirkt sehr giftig. Die Durchströmung des Wassers mit N wird bis zu einem erheblichen Grade ertragen.

Robert Lewin.

18. Abbott, J. F. „The effect of distilled water upon the fiddler crab.“ Biol. Bull. Marine Labor. Woods Hole, 24, H. 3, 169—175 (1913).

Die Krabbe Uca pugillator verträgt weitgehende Änderungen im osmotischen Druck ihres Milieus. (Übergang von Meerwasser zu Süsswasser.) Vermittelst

un, ee

eines Mechanismus der Aufspeicherung von Wasser in den Kiemen und der Durchlüftung hierselbst vermögen die Tiere lange Zeit ausserhalb des Wassers zuzubringen. In kleinen Mengen von aq. dest. kann man die Tiere lebend er- halten, wobei sie Salze verlieren. In grösseren Mengen von destilliertem Wasser lassen sich die Tiere schwerer erhalten. Dies liegt daran, dass in einer kleinen Menge aq. dest. die aus dem Tiere diffundierenden Salze sehr bald einen günstigen osmotischen Druck herstellen, während dies bei grösseren Mengen erst eintritt, wenn das Tier geschädigt ist. Robert Lewin.

19. Magnan, A. (Lab. de zoolog. Ecole normale sup.) „Recherches organo- métriques sur les mammifères.“ Jl. de Physiol. Pathol. gén.. XV, 30 (1913).

Die Schlussfolgerungen des Verf. lauten folgendermassen:

1. Bei den Säugetieren scheint die Grösse einen gewissen Einfluss auf das Gewicht der Leber zu haben. Die grossen Individuen besitzen prozentualiter eine kleinere Leber als die kleineren Tiere, weil diese eine verhältnismässig grössere Körperoberfläche besitzen als jene und die Wärmestrahlung und damit der Wärmeverlust ein grösserer ist.

. Die Ernährung besitzt ihrerseits einen grossen Einfluss. Die Herbivoren haben eine kleinere Leber, die Omnivoren eine grössere. Zwischen beiden stehen die granivoren und carnivoren Tiere.

3. Die Schwankungen des Gehaltes an Glykogen können die Unterschiede

im Gewicht der Leber nicht erklären.

4. Die Nieren zeigen die gleichen Gewichtsunterschiede bei den verschiedenen Tieren wie die Leber und weisen auf die innigen Beziehungen, die zwischen den beiden Organen bestehen.

5. Das Gewicht des Herzens steht im direkten Verhältnis zu der Kraft, die in kurzer Zeit entwickelt werden kann, und nicht zu der Gesamt- muskelarbeit. Die Fledermäuse haben die grössten Herzen, dann kommen die Karnivoren mit heftigen Bewegungen und zuletzt die Herbivoren, die trotz sehr grosser Muskelkraft ein verhältnismässig geringes Herz- gewicht aufweisen.

6. Die Lungen verhalten sich im allgemeinen wie die Herzen, doch machen diejenigen Tiere, die z. T. unterirdisch wie die Maulwürfe usw. in schlecht

ventilierten Gängen leben, insofern eine Ausnahme, als sie prozentualiter das grösste Lungengewicht besitzen.

. Die Milz steht in direkter Beziehung zu der Nahrung, indem die Herbi- voren kleinere Milzen besitzen als die Karnivoren.

8. Auch bei den im Wasser lebenden Säugetieren sind die Lungen ausser-

ordentlich gross und schwer. Kochmann, Greifswald.

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~]

20. Roskam, Jacques. „Nouvelles recherches sur le mécanisme de l’autotomie chez le crabe.“ Arch. internat. de Physiol., XIII, H. 2, 228—299 (1913). Siehe Zbl., Bd. XIV, No. 1877. Eingehende Studie zum Mechanismus der Autotomie unter besonderer Berücksichtigung der anatoınischen Verhältnisse. Robert Lewin.

Biologie der Gewebe.

21. Tagle, E. Prado (Biol. Abt. des Pathol. Inst, Berlin. „Beiträge zum Studium der RBRiesenzellen nach subkulanen Depots von Radiumbleiverbindungen.“ Zbl. Pathol., 24, H. 6, 246 (März 1913).

Verf. beobachtete die Entstehung von Riesenzellen um die Radiumeinlage- rungen aus aufquellenden Bindegewebselementen. Diese Zellen zeigten anfangs Myeloplaxentyp, der nach und nach in den Langhansschen Typ überging. Noch später zeigt sich zentrale Nekrose der Zellen und schliesslich völliger Untergang.

Hart, Berlin.

u, a

22. Goldfarb, A. J. „Studies in the production of grafted embryos.“ Biol. Bull. Marine Labor. Woods Hole, 24, H. 2, 73—102 (1913). Es gelang, die völlige Verschmelzung von Arbacia-Embryonen in den ver- schiedensten Stadien. Robert Lewin.

Stoffwechsel.

233. Troch, Paul. „Über den Hungerstoffwechsel des Hundes bei experimentellen Zustandsänderungen des Hirns.“ Inaug.-Diss., Halle, 1912, 23 p., C. A. Kaem- merer & Co.

Drei Versuche am hungernden Hund, bei denen starke Commotio cerebri gesetzt wurde, ergaben, dass die N-Ausscheidung gegen die Norm vermehrt war. Die Dauer der Mehrausscheidung erstreckte sich auf eine Reihe von Tagen, an- scheinend so lange, als noch körperliche Symptome der Verletzung nachweisbar waren. Denselben Zusammenhang zwischen Gehirnerschütterung und Mehraus- scheidung zeigt auch der Chlorstoffwechsel. Deutliche Steigerung unter dem Einfluss der Verletzung.

Narkose im Hungerzustand steigert deutlich die N-Ausscheidung, während der NaCl-Gehalt des Urins normal bleibt. (In einem Fall deutliche Steigerung beider Werte.)

Operative Eingriffe am Stirnhirn des Hundes während des Hungerzustandes zeigen gleichfalls deutlich z. T. sehr starke Erhöhung der Stickstoff- und Chlor- ausscheidung,.

In einem Fall Auftreten von Saccharum nach Stirnhirnverletzung.

Fritz Loeb, München.

24. Lesser, E. J. (Städt. Krankenanst., Mannheim). „Das Verhalten des Glykogens der Frösche bei Anoxybiose und Restitution. 3. Mitteilung.“ Zs. Biol., 60, H. 8/9, 388 (März 1913).

Im Sommer (glykogenarme Periode) beträgt die Abnahme des Glykogens der Frösche bei Anoxybiose in 2 Stunden bei 19—220 ca. 50°/, des Anfangs- gehaltes, die Zunahme durch Restitution ist nahezu ebenso gross, so dass der Glykogengehalt nur um ca. 7°/, kleiner wird als der der unbehandelten Frösche (es zeigen sich also Differenzen im Verhalten der Tiere während der glykogen- armen und der glykogenreichen Zeit; in der letzteren ist die Neubildung des Glykogens in der Restitution nur eine ganz geringfügige). Auch die Versuche, bei denen die Tiere mehrmals anoxybiotisch gemacht wurden (Daueranoxybiose), zeigten, dass im Winter eine beträchtliche Neubildung von Glykogen in der Restitution nicht stattfindet. Die Daueranoxybioseversuche im Sommer miss- langen, da es nicht gelang, die Frösche über mehrere Versuche am Leben zu er- halten. Während sich im Blute normaler Frösche kein Zucker nachweisen lässt, können geringe Zuckermengen (ca. 0,07 0/,) im Blute nach Anoxybiose auftreten. Dasselbe ist auch im Harn der Fall. Die Zuckermengen sind äusserst geringe und finden sich meistens erst 6 Stunden nach beendeter Anoxybiose; mitunter fehlen sie auch ganz. Schreuer.

25. Neiditsch, Ad. (Dermatol. Abt. der med. Klin., Basel). „Untersuchungen über den Eiweissabbau bei einigen Dermatosen.“ Arch. für Dermatol., 116, H. 1, 31 (1913).

Bei verschiedenen Dermatosen wurde nach der Methode der Formoltitrierung untersucht, ob die Aminosäuren in grösserer Menge als normalerweise in dem Harn ausgeschieden werden. Diese Untersuchung führte im wesentlichen zu einem negativen Resultate: weder bei Psoriasis noch Ichthyosis, noch Ekzem usw. liess sich eine konstante und daher für die Pathogenese der betreffenden Krank- heit zu verwertende Vermehrung der Aminosäurenmenge konstatieren; ebenso erwies sich auch die Menge der in den spontanen Hautblasen eines Pemphigus

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vulgaris enthaltenen Aminosäuren nicht erhöht. Eine Störung im Eiweissabbau, im Sinne einer Hemmung desselben, ist mithin mit unseren modernen physio- logisch-chemischen Untersuchungen bei den verschiedenen Hautkrankheiten nicht nachzuweisen.

Nur in einem Fall von chronisch rezidivierender Urticaria fand sich jeweils parallel mit den neuen Schüben ein auffallend starkes Ansteigen der aus- geschiedenen Aminosäuren, so dass hier eine ursächliche Bedeutung der Amino- säuren und damit eine Störung im Eiweissabbau nicht von der Hand zu weisen sind.

Glaserfeld.

26. MeCrudden, Fr. H. (Rockefeller Inst. Hosp., New York). „Die Bedeutung des Kalziuns für das Wachstum.“ Dtsch. Arch. klin. Med., 110, H. 1/2, 90 (März 1913).

In manchen (nicht in allen) Fällen von Zwergwachstum liegen Störungen des Kalziumstoffwechsels vor. Die Knochen sind zart und leicht brüchig. Es gehen grosse Mengen Kalk durch die Fäzes verloren, während im Harn das Kalzium fast vollständig fehlt. Es ist also wahrscheinlich, dass in diesen Fällen der Infantilismus auf einer Armut des Blutes an Kalksalzen beruht, um so mehr, als andere Stoffwechselstörungen (Eiweiss, Fett, Kohlehydrate) sowie Störungen des Kraftwechsels nicht vorhanden sind. In anderen Fällen von Infantilismus, bei denen der Kalziumstoffwechsel ein normaler ist, beruhen die Wachstums- störungen auf dem Fehlen des „Wachstumstriebes“, der bei normalen jungen Individuen stets vorhanden ist. Schreuer.

Giykosurie und Diabetes. 27. Parisot und Mathieu. „Absorption et Elimination du sucre au cours de Ühyper- glycémie expérimentale.* Soc. Biol., 74, H. 9, 492 (1913).

Kaninchen zeigen gegen die Ingestion grosser Zuckermengen eine er- hebliche Resistenz. Nach Einführung von 15 g Glukose pro Kilo Tier alle zwei Tage war die Zuckerausscheidung wider Erwarten ziemlich gering. Erst allmählich stellt sich bei solchem Regime eine Intoleranz ein. Robert Lewin.

28. Labbé, M. und Guérithault, B. „Nouvelles recherches sur les ædèmes bicarbo- nates chez les diabétiques. Métabolisme comparée du chlore et du sodium. Leur pathogénie.“ Jl. de Physiol. Pathol. gén., XV, 89, 131 (1913).

Nach Einfuhr grosser Gaben von Natriumbikarbonat entstehen bei Diabetikern nicht selten Ödeme, die durch Wasserretentionen bedingt sind, wie die Zahlen der Urinsekretionen zeigen. Bei der Untersuchung des Mineralstoffwechsels kann festgestellt werden, dass Natrium zurückgehalten wird, während die Chlor- retention nicht immer auftritt. Nach Aussetzen des Natriumbikarbonats kommt es zu einer grösseren Ausscheidung des Natriums. Die Ödeme werden mit der Retention des Natriums in Zusammenhang gebracht.

Kochmann, Greifswald. Innere Sekretion.

29. Weed, Lewis H., Cushing, Harvey und Jacobson, Conrad. „Further studies on the rôle of the hypophysis in the metabolism of carbohydrates. The autonomic control of the pituitary gland.“ Bull. Johns Hopkins Hosp., 24, 40 (1913).

Verff. untersuchten bei Hunden, Katzen und Kaninchen die Rolle der Hypophyse im Kohlenhydratstoffwechsel des Körpers. Falls aufgespeichertes Glykogen vorhanden ist, führt Piqûre der Hypophyse bei Kaninchen zu ähnlichen Resultaten wie Piqûre des Zuckerzentrams von Bernard. Reizung des oberen Cervikalganglions ergibt bei Hunden, Katzen und Kaninchen Glykosurie auch nach Ausschaltung aller Impulse nach abwärts zu den Gedärmen und auch nach Ausschaltung des sympathischen Systems Glykosurıe. Direkte faradische

z Ti 3

Reizung der Hypophyse verursachte Glykosurie auch nach Durchschneidung der Wirbelsäule und der cervikalen sympathischen Nervenstränge. Nach Entfernung des hinteren Lappens ergibt Reizung des oberen Üervikalganglions keine Glyko- surie. Ganz wie bei der Bernardpigüre lässt sich Glykosurie auch nach Durch- schneidung der Wirbelsäule oberhalb der splanchnischen Nerven durch direkte Reizung der Hypophyse einleiten.

Verff. sehen die Hypophyse und besonders den hinteren Lappen derselben als ein für den Koblenhydratstoffwechsel wichtiges Organ an, welches durch Fasern aus dem oberen cervikalen sympathischen Ganglion in Wirkung gesetzt wird. Es scheidet eine chemische Substanz aus, welche Glykogenolyse und Glykosurie anregt, unabhängig von den glykogenhaltigen Zellen der Muskeln oder des Darms. Bunzel, Washington.

30. Lewis, Dean und Matthews, S. A. „The pars intermedia: its relation to diabetes insipidus.“ Trans. Chicago Pathol. Soc., IX, H. 1, 16—22 (1913). Bei Verletzung des Vorderlappens der Hypophysis zeigten Hunde keine Polyurie, auch nicht bei totaler Exstirpation der Hypophysis. Fast konstant war aber eine dem Diabetes insipidus entsprechende Polyurie bei Reizung des

hinteren Hypophysenlappens in der Nähe der Pars intermedia. Robert Lewin.

31. Bernstein, Siegmund (I. med. Klin, Wien). „Gaswechseluntersuchungen bei einem Falle von Hypophysentumor.“ Zs. exp. Med., I, H. 1/2, 105—110 (1913). Bei einem Falle von cystischem Hypophysengangtumor wurden Gaswechsel- untersuchungen nach Zuntz-Geppert vorgenommen. Es fand sich eine beträcht- liche Herabsetzung des Grundumsatzes, die Verf. auf Schädigungen der Zwischen- hirnsubstanz zurückführt. Robert Lewin.

82. Auer und Meltzer, G. J. (Rockefeller Inst.) „On the action of the infundi- bular portion of the hypophysis upon vasodilatators.“ Proc. Soc. Exp. Biol. New York, IX, H.5, 100 (1912).

Nach Injektion von Infundibulin (Pituitrin Parke Davis) konstatierten Verff. bei Kaninchen eine starke Herabsetzung der Erregbarkeit der Depressoren. Daraus ergibt sich für Verff., dass der Infundibularteil der Hypophysis die Erreg- barkeit der Vasodilatatoren herabsetzt. Robert Lewin.

33. Meltzer, S. J. (Rockefeller Inst). „The influence of the infundibular portion of the hypophysis upon the pupil.“ Proc. Soc. Exp. Biol. New York, 1X, H. 5, 103 (1912).

Infundibulin erweitert die Pupille des enukleierten Froschauges; niemals trat Miosis ein. Zum Unterschied von Adrenalin wird aber bei Kaninchen oder Katzen, denen das obere Cervicalganglion exstirpiert war, die Pupille der operierten Seite durch Pituitrin nicht dilatiert. Es erfolgte vielmehr nach kurzer Zeit eine Kontraktion beider Pupillen. Robert Lewin

34. Parhon, M. (Inst. de physiologie, Bukarest). „Sur la teneur en glycogene du foie et des muscles chez les animaux traités par des préparations thyroidiennes.“ Jl. de Physiol. Pathol. gén., XV, 75 (1913).

Da der Einfluss, den die Thyreoidea auf den Kohlehydratstoffwechsel, ausübt, noch nicht näher bekannt ist, so wird Kaninchen Thyreoidea in Substanz per os einverleibt, alsdann der Gehalt der Leber und der Muskeln an Glykogen bestimmt und ihr Gaswechsel gemessen. Aus den Versuchen ergibt sich:

l. Der Glykogengehalt ist bei den behandelten Tieren sehr viel geringer als bei den Kontrolltieren, und zwar ist er etwa um das Sechsfache vermindert.

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2. Das Muskelglykogen ist dagegen kaum verändert.

3. Der Gaswechsel und der respiratorische Koeffizient sind nur wenig ver-

grössert.

4. Der Urin der Versuchstiere war immer zuckerfrei.

Der Verf. glaubt, dass unter dem Einfluss der Thyreoideabehandlung das Leberglykogen sehr intensiv in Zucker umgewandelt und bei der von ihm beob- achteten stärkeren Muskelaktion der Tiere (Zittern, sehr lebhafte Bewegungen) verbraucht wird, bzw. in den Muskeln zum Ersatz des umgesetzten Glykogens

wieder aufgespeichert wird. Kochmann, Greifswald. 35. Schiötz, C. „Kjönsdisposition for struma.“ (Geschlechtsdisposition für

Struma.) Norsk. Mag. Lægev., 74, H. 1, 60—68 (1913).

Von 177 Strumapatienten fand Verf. 89,80), Frauen und 10,20/, Männer; unter 1707 Männern 1,050), und unter 1843 Frauen 8,630%,. Verf. hebt hervor, dass diese grössere Disposition der Frauen wahrscheinlich von den näheren Relationen der Gland. thyreoidea zu den Ovarien abhängt.

E. Louis Backman.

36. Van Herwerden, M. A., Utrecht. „Die Bedeutung der Langerhansschen Inseln fiir den Kohlehydratumsatz.“ Geneeskundige Bladen uit Kliniek en Laboraturium, XVI, No. 12 (1912).

ln dem sehr vollständigen und kritischen Sammelreferat findet man eine kurze Erwähnung von eigenen Versuchen der Verfin. über das Verhältnis zwischen exokrinem Gewebe und den endokrinen Langerhansschen Inseln. An Serien- schnitten hat Verf. gesehen, wie stellenweise die Bekleidung von richtigen Drüsenröhrchen von endokrinen Zellen übernommen wird, Das gilt für Frosch, Katze, neugeborene Ziege und neugeborene Maus. Wegen dieser Beob- achtung schliesst Verf. sich den Untersuchungen an, die einen Übergang von exokrinen Zellen in endokrine Elemente annehmen.

J. Snapper (E. Laqueur).

87. Auer, J. und Melizer, S. J. (Rockefeller Inst... „The characteristic course of the rise of blood pressure caused by an intraspinal injection of adrenalin.“ Proc. Soc. Exp. Biol. New York, IX, H. 4, 79 (1912).

Bei Affen fanden Verff. nach lumbaler Injektion von Adrenalin einen lang- samen Anstieg des Blutdrucks, ein Maximum nach wenigen Minuten und einen allmählichen Abfall. Robert Lewin.

33. Pappenheimer, A. M. (Pathol. Inst. New York Coll. Physicians). „The inhibitory action of adrenalin in muscle-pancreas mixtures.* Proc. Soc. Exp. Biol. New York, IX, H. 4, 78 (1912). |

Der Beweis eines Antagonismus zwischen Adrenalin und Pankreashormon wurde vom Verf. in vitro versucht, indem er Adrenalin und Pankreasextrakt ge- trennt und gemeinsam auf die Glykolyse durch Muskelextrakt einwirken liess.

In der Tat fand sich bei gleichzeitiger Einwirkung von Adrenalin und Pankreas-

extrakt eine Hemmung der Glykolyse. Robert Lewin.

39. Goodale, H. D. „Castration in relation to the secondary sexual characters of brown leghorns.“ Amer. Naturalist, 47, H. 555, 159—170 (1913). In den vorliegenden Kastrationsversuchen nahmen die Hennen eine Anzahl männlicher Sexualcharaktere an; die Hähne neigten dagegen nicht zur Entwicke- lung weiblicher Charaktere nach der Kastration. Robert Lewin.

Sekrete, Verdauung.

49. Bensley und Harvey, C. H. „The formation of hydrochloric acid in the free surface and not in the glands of the gastric mucosa.“ Trans. Chicago Pathol. Soc., 1X, H. 1, 14—16 (1913).

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Siehe auch Zbl. XIV, No. 2242. Die Bildung der freien HCl des Magens scheint in den Blut- und Lymphgefässen des Magens vor sich zu gehen. In- jektionen von Berlinerblau liessen erkennen, dass die Reaktion in den Gefässen eher erscheint als in den Belegzellen. Aber auch in anderen Gebieten des Körpers erscheint die Berlinerblaureaktion, so dass letztere nicht ganz zuverlässig ist für die Ermittelung der Entstehungsorte der HCl. Untersuchungen der Drüsen der Magenschleimhaut mit verschiedenen anderen Indikatoren ergaben nun, dass die Drüsen selbst niemals Säure enthielten, sondern nur Chloride, wahrscheinlich organischer Natur. Daraus erklärt sich, warum der normale Magen nicht verdaut wird. Denn wegen des Fehlens der Säure ist auch kein Pepsin, sondern nur Pepsinogen vorhanden. Robert Lewin.

41. Schryver, S. B. und Singer, Ch. „Investigations on the gastric juice in malignant and non malignant diseases of the stomach and duodenum. II—IV.“ Quart., Jl. Med. VI, H. 23, 310—339 (1913).

Siehe hierzu Zbl., Bd. XIV, No. 2047. Alle Methoden zur Prüfung der Chloridausscheidung im Magen sind mit Fehlerquellen behaftet. Ein Teil der Chloride findet sich in Verbindung mit den Aminosäurengruppen der Verdauungs- produkte. Für jede Aminosäure oder jede Mischung solcher ist die Differenz zwischen der Phenolphthalein- und der Dimethylaminoazobenzolacidität in einem konstanten Verhältnis zur vorhandenen N-Menge. Im normalen Magensaft nähert sich dieser N-Faktor dem konstanten Werte 2,4. Dieser Wert entspricht etwa dem für ein Standard-Probefrühstück (Tee und Zwieback) nach einstündiger Ver- dauung in einer Pepsinlösung von der Konzentration normalen Magensaltes.

Verff. glauben nach den vorliegenden Untersuchungen, dass HCl als solche sezerniert wird.

In nichtkomplizierten Fällen von Ulcus duodeni sind die Werte für Chloride und der peptische Index gesteigert, der N-Faktor gleich 2,4. In sehr chronischen Fällen sinkt der peptische Index, während der N-Faktor steigt. Komplizierte Fälle zeigen auch ein Sinken der Chloride. Ähnlich und oft noch schärfer aus- gesprochen sind die Verhältnisse bei Ulcus pylori. Bei Geschwüren im Magen- fundus können die Werte schwanken. Die Befunde bei Magenkrebs zeigen keine charakteristischen Abweichungen von denen bei Ulcus. Das Schwanken dor Werte hängt weniger von der Natur als von der Lokalisation der Läsion ab.

Bei Alkoholismus ist der peptische Index herabgesetzt, die Chloridwerte sind annähernd normal. Bei Visceroptosis und Atonie fällt eine Steigerung des N-Faktors auf. Hyperchlorhydrie, Hypochlorhydrie, sogar Achylie können un- abhängig von groben anatomischen Läsionen bestehen. Die Coincidenz einer ausgesprochenen Hyperchlorhydrie mit bedeutend gesteigertem peptischen Index ist aber charakteristisch für Ulcus duodeni oder pylori. Ein N-Faktor von 2,8 und mehr spricht fast immer für Retention des Mageninhalts. Eine Diskrepanz zwischen Chlorid- und Pepsinsekretion ist wahrscheinlich Folge einer chronischen Gastritis. Die Arbeit bringt eine grosse Kasuistik. Robert Lewin.

Niere und Harn.

42. Baehr, George (Pathol. Inst., Freiburg i. B.). „Über experimentelle Glome- rulonephritis. (Ein Beitrag zur Lehre der Schrumpfniere.)“ Beitr. path. Anat. (Ziegler), 55, H.'3, 545 (März 1913).

Mit ausserordentlich kleinen Urandosen liessen sich schwere glomeruläre Veränderungen erzeugen, bestehend in Koagulationsnekrose der Endothelien, Bildung synzytialer Strukturen, hyaliner Entartung der Schleifen mit Adhäsionen an die Kapsel. In allen Fällen blieb die Schädigung der Tubulusepithelien ver- hältnismässig gering. Da im Gegensatz zu den Endothelien der Kapillarschlingen und der Vasa